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November 2017

 

Der Bucklige und der Schwan


In dieser Geschichte findet ein alter Mann, vom Leben gezeichnet, seine Erfüllung und macht eine erstaunliche Wandlung durch …


Vor langer Zeit lebte einmal ein kleiner, alter, buckliger Mann. Er war ein guter Mann. Er lebte in einer kleinen Hütte im Wald und diese Hütte war ungefähr 3 Meilen entfernt vom nächsten Dorf. Es war kleines Dorf. Er lebte davon, im Wald das Holz zu schlagen und als Feuerholz im kleinen Dorf zu verkaufen.

 Die Leute liebten es, ihr Feuerholz von dem alten Mann zu kaufen. Den Mann aber liebten sie nicht, denn er war nicht schön und er sprach nie mit ihnen. Die Kinder trieben ihren Spaß mit dem alten Buckligen. Sie liefen ihm hinterher und riefen: „Buckelmann, Buckelmann, alter hässlicher Buckelmann!“. Aber er konnte es nicht hören, denn er war taub und stumm. Der alte Bucklige verkaufte sein Holz und bekam ein paar Penny dafür. Davon kaufte er sich ein wenig Obst und Gemüse und Brot und dann machte er sich wieder auf den Weg zurück zu seiner Hütte im Wald.

 Er lebte ein zufriedenes Leben im Wald. Hier war er glücklich. Hier waren seine Freunde. Die Leute im Dorf wussten nicht viel von ihm und seinen Freunden. Aber all die kleinen Tiere des Waldes waren seine Freunde. Die Eichhörnchen - das rote und das graue - kamen, setzten sich auf seine Schulter und knabberten an seinen Ohren, dass er kicherte. Der Igel kam vorbei und das scheue Reh. Dort gab es Rotkehlchen, Amseln und allerlei andere Vögel. All die kleinen Kreaturen im Wald waren seine Freunde. Sie alle liebten ihn von ganzem Herzen. Die alte Eule kam aus den Bäumen geflogen und setzte sich neben ihn. Er streichelte liebevoll ihre Köpfe und lächelte. Er war glücklich.

 Nicht weit entfernt von der Hütte, ein kleiner Fußmarsch, lag ein See. Dieser See wurde nicht oft von den Leuten besucht. Und auf diesem See schwamm ein wunderschöner Schwan. Wenn der alte Bucklige einige Zeit mit den kleinen Kreaturen des Waldes verbracht hatte, ging er gerne zum See. Dort setzte er sich ans Ufer und beobachtete den Schwan. Er warf Brotstücke und kleine Reste seiner Speise in den See und er hoffte, den Schwan anlocken zu können. Er war so einsam und er liebte den Schwan von ganzem Herzen. Allein der Schwan blieb in der Mitte des Sees und wollte nicht kommen. Der Schwan schwamm nur auf der Mitte des Sees und sah den alten Buckligen an. Der Schwan fragte sich vielleicht, was der Alte da wohltue. Der Alte kam immer wieder. Und er blieb den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang. Und so saß er da und wartete und wartete und wartete. Die Tiere des Waldes wussten darum. Denn der Schwan war ihre Freundin. Er war ihre Königin. Ihre Dame vom See. Die Eule, das Reh und all die kleinen Tiere wussten von der Dame im See, ihrer Königin.

 So ging es lange Zeit. Bis zu diesem einen Tag. Es war im Herbst. Der kalte Nordwind blies durch den Wald und riss viele schöne Äste von den Bäumen. Trockenes Holz, das der alte Bucklige gerne einsammelte und als Feuerholz verkaufte. Doch an diesen einen Tag, da stand der Alte nicht auf! Die Tiere des Waldes wunderten sich, wo ihr Freund wohl blieb. Doch der alte Bucklige blieb verschwunden. Auch die Leute im Dorf wunderten sich. Es wurde Winter und es wurde kalt und der Alte kam doch immer mit seinem Feuerholz. Nur heute, da kam er nicht. Und auch am nächsten Tag tauchte er nicht auf. Und auch an den nächsten drei Tagen wurde sein Gesicht nirgendwo gesehen. Die kleinen Tiere des Waldes kamen um die Hütte herum zusammen. Und alle redeten sie durcheinander.

 Es war das Rotkehlchen, das sprach: „Was ist los mit ihm. Er kommt nicht, um sein Essen mit uns zu teilen. Irgendetwas muss nicht in Ordnung sein. Vielleicht ist er krank?“ Die Eule kam, das Reh kam aus dem Wald und auch der Dachs kam. All die kleinen Tiere des Waldes kamen. Der Fuchs kam, das Reh kam. Und alle redeten durcheinander und fragten sich: „Was ist los? Warum kommt er nicht? Was mag das Problem sein?“ Da sprach das kleine Rotkehlchen: „Er muss krank sein, es muss ihm schlecht gehen, sonst würde er doch kommen.“ Und es flog zu dem kleinen Fenster im Dach und sah hindurch: „Er ist krank! Er liegt im Bett!“

 Und dann flog das Rotkehlchen zur Eule. Und es fragte: „Warum ist unser Freund krank?“ Da sprach die Eule: „Ich weiß, warum er krank ist. Ich habe ihn viele Tage, ja viele Wochen beobachtet. Unser Freund ist krank, weil er verliebt ist. Er ist verliebt in unsere Dame vom See. Ich habe ihn beobachtet, wie er versucht hat, sie anzulocken. Unser Freund ist krank, weil er unsere Dame vom See liebt.“ Das Rotkehlchen sprach: „Wir müssen etwas tun! Sie muss kommen. Sie muss kommen, sonst stirbt unser Freund. Eule, was sollen wir tun?“ Und die alte Eule begann zu sprechen. „Wir werden unserer Dame vom See eine Nachricht schicken, Wir werden ihr sagen, dass sie ganz dringend gebraucht wird. Und wir werden ihr sagen, dass sie kommen muss, damit unser Freund nicht an gebrochenem Herzen stirbt.“

So sprach die Schwalbe: "Ich werde gehen und die Nachricht überbringen.“ Und die kleine Schwalbe flog zum See. Sie flatterte über dem Schwan und erzählte dem Schwan die ganze Geschichte vom Buckeligen. Und dass er im Bett lege und an gebrochenem Herzen stürbe. Sie müsse unbedingt kommen. Und dann flog sie zurück und all die kleinen Tiere des Waldes warteten bei der Hütte.

 Auf dem See schwamm der Schwan langsam und majestätisch zum Ufer. Er stieg aus dem Wasser und kam an Land. Und langsam ging der Schwan den kleinen Pfad, den der Bucklige schon so oft gegangen war, entlang. Bis er zu der Tür der kleinen Hütte kam. All die kleinen Tiere waren aufgeregt und riefen durcheinander: „Sie kommt, sie kommt. Unsere Dame vom See kommt und besucht unseren Freund. Endlich kommt sie. Bald wird er wieder gesund sein und uns Gesellschaft leisten.“ Da sprachen die Tiere des Waldes: „Kleines Rotkehlchen, sag uns was passiert!“ Und das Rotkehlchen flog wieder zu dem kleinen Fenster im Dach. Und dann rief es: “Sie geht zum Bett, bald wird es ihm wieder gut gehen.“ „Sie geht zu dem Bett. Er liegt auf dem Rücken und hat die Augen geschlossen. Jetzt geht sie zu ihm. Sie legt ihren Hals auf seine Brust. Er macht die Augen auf. Er hebt die Hand und streichelt ihren Hals. Bald wird es ihm wieder bessergehen! Jetzt nimmt sie eine Feder von ihrer Brust. Sie nimmt die Feder und legt sie auf seine Brust. Er setzt sich auf. Bald wird es ihm wieder gut gehen!“ Und der Schwan nahm eine Feder von seiner Brust und legte sie dem Buckligen auf seine Brust. Der Bucklige erwachte, setzte sich auf und dann geschah etwas Seltsames.

Das kleine Rotkehlchen war so aufgeregt, dass es nicht mehr sprechen konnte. Seine Stimme überschlug sich, es verlor seine Stimme. Es konnte nur noch zwitschern. Die Tiere des Waldes warteten und dann öffnete sich die Tür der kleinen Hütte. Und heraus traten zwei wunderschöne Schwäne. Sie gingen den kleinen Pfad entlang zum See. Und majestätisch stiegen sie ins Wasser. Die Tiere des Waldes aber riefen durcheinander: “Jetzt ist er glücklich! Unser Freund ist glücklich. Er ist fort. Aber ist glücklich und das macht uns glücklich.“ Und auch die Tiere des Waldes waren glücklich, denn sie wussten ihr Freund wäre immer da und er würde glücklich sein bis zum Ende seiner Tage. Und die beiden Schwäne schwammen noch viele Jahre auf dem See. Und alle ihre Kinder waren stumm wegen des stummen, alten Buckligen. Aber das macht gar nichts. Und das ist das Ende meiner kleinen Geschichte.

 

Duncan Williamson


Quelle:


Mary and the Seal and Other Folktales.

Audio, Springthyme, 1986.